Buddy-Watcher - Tauchclub Seetüfel

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Buddy-Watcher

Test auf Herz und Nieren: Nutzen & praktische Handhabung

Zwei Fragen verbinden viele Taucher mit dem Buddy-Watcher-System des Pforzheimer Startup Unternehmens: Gehört diese virtuelle Buddyleine mehr in die Kategorie „Dinge, die die Welt nicht braucht“, oder stellt es doch ein sinnvolles Ausrüstungsteil dar und wie verträglich ist die verwendete Ultraschall Technologie für die Fauna unter Wasser.

Die Geräte des Herstellers erreichen uns in einer umweltfreundlichen Verpackung  und um nach Angaben des Pforzheimer Unternehmens unnötige Umweltbelastung zu vermeiden, auch ohne USB-Ladegerät (nur optional erhältlich, da sich USB Ladegeräte heute nahezu in jedem Haushalt finden).   

Drei Geräte liegen vor uns: das Buddy-Watcher Grundset bestehend aus zwei Armgeräten nebst Standardarmbänder für Nasstauchanzüge und XXL Bänder für Trockis; USB-Ladekabeln und Ladeclips sowie eine Kurzanleitung. Desweiteren ein Buddy-Watcher-Master Modell für Gruppenführer (Guides)  und/oder Tauchlehrer, mit dem man die Aufmerksamkeit aller Taucher einer Gruppe zur gleichen Zeit auf sich lenken und umgekehrt auch jeder Taucher neben dem eigenen Tauchpartner auch den Gruppenführer rufen kann.


Wir befestigen die Armbänder und beginnen damit, die Geräte zu laden. Nach ca.  4 Stunden zeigen LED Reihen ausreichenden Ladezustand an. Anschließend „paaren“ wir die Modelle, was an und für sich automatisch abläuft und durch ein kurzes Vibrieren beider Watcher signalisiert wird. Wir testen „im Trockenen“ das „Rufen“: Die Vibration ist recht stark und ein begleitender Summton gut zu hören.

Genug der Vorbereitung und Theorie:  Wir packen die Gerätschaften ein und machen uns auf den Weg nach Ägypten, genauer in den Sinai, um sie im Laufe unseres Urlaubs in unterschiedlichster Umgebung und zusammen mit anderen Tauchern ausgiebig zu testen.

Der erste Einsatz

Schauplatz Ägypten, Sinai, Dahab. Unsere Gastgeber Anni & Fred (Taucher.Net Forenusern gut als „ag2008“ oder scherzhaft als „Padi Außenstelle Dahab“ bekannt), beide erfahrene Tauchlehrer, erklären sich gerne bereit bei einigen Tauchgängen die „Co-Testerrolle“ zu übernehmen.  Anlegen, Paarung checken und los geht‘s.

Zunächst rufen wir uns gegenseitig ohne Grund und Anlass, testen die maximale Entfernung und ob das Signal beispielsweise noch durchdringt, wenn sich ein Partner hinter Korallenformationen oder im Canyon befindet, während die Anderen sich noch außerhalb aufhalten. Herstellerseitig wird eine Reichweite von gut 20 Metern angegeben, die von uns gemessenen Entfernungen liegen durchaus höher, auch wenn sich Hindernisse zwischen den Tauchern befinden.



Weiter setzen wir die Geräte in der Nähe jedes maritimen Wesens ein, um zu beobachten, ob sich irgendeine Reaktion zeigt, sich Tiere gestört fühlen oder angelockt werden. Es sind keinerlei Reaktionen erkennbar, so dass von einem Einfluss auf die Tierwelt wohl nicht auszugehen ist.  Im Laufe der Tauchgänge geraten die Geräte fast in Vergessenheit. Jedoch in dem Moment, wenn man die Aufmerksamkeit eines Partners, der sich eventuell etwas entfernt hat oder auf eine andere Richtung konzentriert ist, wecken will, drückt man instinktiv den „Watcher“. Bei den vorherrschenden guten Sichtbedingungen reicht in der Regel ein Blick zurück oder zur Seite und der Rufende kann auf die Schildkröte oder weitere Sichtungen zeigen, Zeichen zum Umdrehen geben oder jeweils andere Anliegen kommunizieren.

„Insbesondere für Tauchgruppenführer eine feine Sache und auf jeden Fall besser, als die oft verwendeten Rasseln und Hörner, die eine ganze Gruppe und auch die Tierwelt aufschrecken“ meint Fred. „Und für Taucher, die ein Problem haben und die Aufmerksamkeit des Guides wecken wollen, ein Stück Sicherheit“ ergänzt Anni. Auch wir sind angetan, insbesondere von den Möglichkeiten des Mastergerätes, mit einer ganzen Gruppe zu kommunizieren. Handhabung, Reichweite des Signals und Einsatzdauer nach vollständiger Ladung der verbauten Akkus – alles tadellos, finden wir.

Buddyverlust und weitere Szenarien

Unsere Reise führt uns auch an die Riffe des Nationalparks Ras Mohammed und  Tiran. Hier testen wir – wiederum mit Hilfe erfahrener Taucher – das Szenario Buddyverlust.  

Vom Tauchplatz Anemone City (siehe Karte [ext.Link]) durch tiefes Blau Richtung Shark Reef. Das Riff lässt sich sowohl von der Vorder- wie auch der Hinterseite umtauchen, um dann wiederum an der nächsten Formation „Yolanda Reef“ entweder die West oder auch Ost Seite nehmen zu können. Tauchgruppen sollten hier – insbesondere wegen oftmals stärkerer vorherrschender Strömung – zusammenbleiben.

Als wir das tiefe Blau Richtung Shark Reef überqueren,  begegnen wir einigen stattlichen Thunas, auf die wir uns wiederum per Buddywatcher aufmerksam machen. Nachdem die Blicke der beiden Mittaucher auf diese gerichtet sind, lasse ich mich einige Meter durchsacken und „rufe“ dann die Gruppe. Ich sehe, wie die Mittaucher sich auf ihrer Linie und etwas gehandicapt durch die Strömung seitwärts, nach oben und letztlich auch nach unten drehen, bis sie mich ausmachen können. OK Zeichen und ich stoße wieder zur Gruppe.


An diesem Szenario zeigt sich, wie man den Buddy-Watcher sinnvoll weiterentwickeln könnte: eine technisch wie auch immer geartete Lösung, die dem Gerufenen aufzeigt, in welcher Richtung sich der verschwundene Tauchpartner (vor, hinter, über oder unter mir) befindet. Dies wäre nach Meinung aller Testpersonen die „Kür“. Insbesondere in unseren deutschen Seen mit teilweise völlig eingeschränkten Sichtweiten, ein absoluter Zugewinn. Andererseits: Bereits die Möglichkeit, dem Partner schnell zu signalisieren, „ich brauche deine Aufmerksamkeit“, stellt einen deutlichen Mehrwert dar.

Fazit

Die Geräte sind ansprechend, „alltagstauch(g)lich“, leicht und intuitiv zu bedienen und technisch absolut ausgereift.  In  vielen Tauchsituationen und in der Ausbildung können sich die Geräte – wann immer es hilfreich und nützlich ist Aufmerksamkeit zu erzielen – gewinnbringend einsetzen lassen.  Als Weiterentwicklungswunsch: Zeigt der Buddy-Watcher noch die Richtung zum anderen Gerät, fällt uns kein weiterer Verbesserungspunkt ein.

Spezifikationen:
•    Hersteller Free-Linked GmbH, Pforzheim
•    Ladekapazität:  3,7 V; 900 mAh; für rund rund 6 Tauchgänge (6-8 Std. Dauerbetrieb möglich)
•    Sendefrequenz: 60-70 kHz, Sendestärke < 1W
•    Reichweite: bis zu 20 Metern Entfernung.
•    Vibrationsalarm für Tauchanzüge bis zu 10 mm, Trockentauchanzug geeignet (XXL Armband notwendig)
•    Bruchfester Grilamid Kunststoff
•    Wasserdicht bis 40 Meter
•    Updatefähige Software



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